Viele Coaches starten motiviert in die Erstellung ihrer Schulungsunterlagen – und landen dann frustriert zwischen Layoutchaos, Technikfragen und zu vielen offenen Tabs. Dabei braucht es gar nicht viel, um sofort bessere Ergebnisse zu erzielen. Mit diesen fünf Tools bekommst du als Coach Struktur, Klarheit und einen Workflow, der deine Unterlagen automatisch professioneller wirken lässt.
1. Canva – der unkomplizierte Einstieg für alle
Canva ist für viele Coaches der Startpunkt. Und ja, es deckt heute schon erstaunlich viel ab: Workbooks, Präsentationen, PDFs, Kursgrafiken, Handouts… wirklich alles.
Ich arbeite selbst täglich mit Canva, manchmal, um Layouts komplett zu erstellen, manchmal, um mich inspirieren zu lassen und manchmal, um ein Skribbel zu erstellen, das ich dann professionell in meinem Profitool fertigstelle.
Warum Canva so gut funktioniert:
- Du kommst relativ schnell ohne Vorkenntnisse rein.
- Die Vorlagen geben dir Struktur.
- Du kannst schnell Ergebnisse zeigen.
- Direktes Teilen von Inhalten auf Social-Media.
Ich liebe Canva für alles, was ich für Social Media erstelle. Beitragsbilder, Storys oder kleine Videos. Ich rate dir unbedingt zur Pro-Version, weil du dann eine größere Auswahl an Vorlagen, an Bildern und Videos hast und weil du dir eigene Markenvorlagen erstellen kannst. Das spart dir gerade bei wiederkehrenden Vorlagen unglaublich viel Zeit und liefert dir ein gleichbleibendes Ergebnis.
Auch kleine Workbooks oder Schulungsunterlagen kannst du super mit Canva erstellen. Sobald es textlastig wird, du eine Silbentrennung benötigst oder automatische Textumläufe, dann stößt Canva an seine Grenzen. Zwar kannst Du das alles manuell irgendwie lösen, aber die Betonung liegt eben auf „irgendwie”.
Wichtig:
Canva ist super für den Einstieg, weil die Schwelle so niedrig liegt. Doch es gibt Momente, in denen es optisch und funktional an Grenzen stößt. Und genau das ist okay. Dann darfst du später auf Alternativen oder Profi-Lösungen ausweichen. Dazu gibt’s irgendwann einen eigenen Artikel.
2. Google Docs & Slides – Inhalte zuerst, Design später
Bevor etwas hübsch wird, sollte es klar sein.
Google Docs und Slides sind perfekt, um deine Inhalte zu entwickeln, bevor du sie in Canva oder ein anderes Layoutprogramm schiebst.
Warum ich beides empfehle:
- Die Tools sind kostenlos.
- Cloudbasiert: Du kannst überall schreiben – ich liebe dieses maximale Gefühl von Freiheit beim Arbeiten.
- Perfekt für schnelle Korrekturen, bevor du mit dem Formatieren beginnst.
- Ideal, wenn du im Team arbeitest oder Feedback einholst.
Viele Coaches verlieren sich im Design, bevor der Inhalt sitzt.
Mit Google passiert das nicht. Und das spart dir echt Nerven.
Mache nicht den gleichen Fehler wie ich ihn oft begangen habe und schreibe direkt in die Layoutsoftware. Spätestens wenn du dein Workbook ins Lektorat geben oder eine Übersetzung in Auftrag geben möchtest, bist du dankbar, wenn du dafür eine reine Textversion verwenden kannst. Es ist einfacher, die Korrekturen einzupflegen und der Aufwand für den Lektor bzw. den Übersetzer ist geringer.
Halte dich also bitte an die richtige Reihenfolge: Erst wenn der Inhalt klar ausformuliert ist, dann machst du dir Gedanken um die Gestaltung. Nicht vorher.
3. ChatGPT – dein inhaltlicher Co-Pilot
Coaches verbringen unfassbar viel Zeit damit, Text für Workbooks, Fragen, Übungen, Reflexionen und Beispiele zu entwickeln.
Warum alles allein machen?
ChatGPT hilft dir:
- Inhalte zu strukturieren
- Module aufzubauen
- Reflexionsfragen zu formulieren
- Texte zu überarbeiten
- Aufgaben und Beispiele zu entwickeln
- Lernpfade zu organisieren
Du musst nicht bei null anfangen.
ChatGPT ist kein Ersatz für deine Expertise – es ist eine Abkürzung zu klaren Materialien, die deine Teilnehmenden wirklich weiterbringen.
Vielleicht stehst Du dem Einsatz von KI skeptisch gegenüber oder du denkst, dass die Inhalte nicht mehr deine sind. Das alles in deinem Kopf entstehen muss. Das tut es auch weiterhin. Sieh ChatGPT als engen Mitarbeiter an, der dir Routinen abnimmt, der dir als Sparringspartner dient und der Recherchen für dich übernehmen kann. Du musst nichts davon übernehmen, was dir die KI vorschlägt, aber ich bin mir sicher, wenn du den Einstieg gefunden hast und erste Ergebnisse siehst, dann fragst du dich, warum du dir vorher das Leben unnötig schwergemacht hast. Der Einsatz von ChatGPT bedeutet nicht, dass du es nicht drauf hast und fremdes Wissen als dein eigenes ausgibst. Es zeigt, dass du mit deinen Ressourcen verantwortlich umgehst und das delegierst, was dir unnötig Zeit nimmt.
4. Riverside – Videos aufnehmen & Transkripte fürs Workbook nutzen
Wenn du lieber sprichst statt schreibst, ist Riverside ein Geschenk.
Mit einem kostenpflichtigen Account bekommst du:
- Hochwertige Video- und Audioaufnahmen
- Automatische Transkription
- Export in verschiedenen Formaten
Damit wird aus einem gesprochenen Modul in wenigen Minuten ein Textentwurf, den du direkt in ein Workbook oder PDF übertragen kannst.
Viele Coaches unterschätzen diesen Workflow.
Aber glaub mir: Sprechen → Transkribieren → Verarbeiten spart Stunden.
Früher habe ich mit Camtasia gearbeitet, die Bedienung war ähnlich intuitiv und einfache Videoschnittarbeiten ist diese Software sehr gut geeignet. Mein Grund, vor zwei Jahren zu wechseln, war die Transkriptionsfunktion und der Teleprompter. Heute liebe ich außerdem die automatisch erstellten Social-Media-Clips – inklusive Untertiteln – und zahlreiche KI-Funktionen, die den Workflow beim Videodreh erheblich erleichtern.
5. Adobe InDesign – wenn du richtig hochwertige Unterlagen willst
Das hier ist (d)ein Profi-Tool.
Nicht zwingend für Einsteiger:innen – aber perfekt, wenn du hochwertige Workbooks, PDFs, Begleitunterlagen oder komplette Kurshefte erstellen willst.
Warum InDesign besonders ist:
- Du hast volle Kontrolle über Layout, Typografie und Struktur
- Es ist unschlagbar für umfangreiche Dokumente
- Die Qualität ist deutlich höher als bei Canva
Ich arbeite seit vielen Jahren mit InDesign – und für Coaches, deren Materialien wirklich professionell wirken sollen, ist es nach wie vor das beste Tool. Ich habe es selbst ausprobiert und Canva benutzt, um Flyer, Broschüren oder kleine Worksheets zu erstellen. Irgendwann war ich jedesmal an dem Punkt, wo ich es in InDesign nachgebaut habe, weil mir der Aufwand zu hoch und die Präzision zu niedrig war.
InDesign ist gemacht für:
- Workbooks, die richtig gut aussehen sollen
- lange Dokumente
- Kurse mit professionellen PDFs
- E-Books
- Bücher
- perfekte Typografie
- automatische Inhaltsverzeichnisse, Kapitel, Nummerierungen
- Druckdaten in perfekter Qualität
InDesign ist das Tool der Wahl, wenn jemand sagt:
„Ich will, dass meine Unterlagen sich von allen anderen abheben.“
Musst du es selbst können? Nein. In diesem Fall empfehle ich dir, einen Dienstleister mit der Erstellung deiner Unterlagen zu beauftragen.
Fazit: Starte einfach – und baue später aus
Du brauchst nicht sofort die perfekte Tool-Landschaft.
Fang klein an, arbeite dich ein, und erweitere erst dann, wenn du merkst, dass etwas fehlt.
Mit diesen fünf Tools hast du ein Setup, das dir ermöglicht:
✔ Inhalte zu entwickeln
✔ Layouts zu erstellen
✔ Videos zu produzieren
✔ Transkripte zu nutzen
✔ Professionelle PDFs zu bauen
Mehr braucht es am Anfang nicht.
Und ja, Canva allein deckt schon viel ab – aber das Zusammenspiel mit den anderen Tools macht deine Unterlagen wirklich klar, durchdacht und wirksam.

Eine Antwort