Meine drei wichtigsten Projekte in 2025

Beim Rückblick auf ein Jahr steht schnell die Frage im Raum, welche Projekte wirklich prägend waren. Die Antwort hängt davon ab, worauf man schaut: Geld? Sichtbarkeit? Anerkennung? Oder innerer Wandel?
Für mich waren es 2025 genau drei Projekte, die nicht durch Zahlen überzeugen, sondern durch das, was sie ausgelöst haben. Sie haben meinen Weg klarer gemacht, meine Entscheidungen geschärft und mir gezeigt, wohin ich beruflich wirklich möchte.

Die Veröffentlichung von „Lass die Trauer los und lebe“

Ich habe meine eigene Geschichte zum Ausgangspunkt genommen, um Frauen zu zeigen, was Trauer bedeutet und wie ich gelernt habe, mit ihr zu leben, ohne stehenzubleiben. Über Reflexionsfragen, Storytelling und Journaling können sich Leserinnen einen eigenen Kompass bauen, der zeigt, wo sie stehen und welcher Weg nach vorne möglich ist. Denn genau diese Frage hat mich damals selbst beschäftigt: Was mache ich jetzt mit meinem Leben, wenn ein zentraler Teil einfach wegbricht?

Es muss nicht immer der Tod eines Partners sein. Viele Wendepunkte zwingen uns zu Entscheidungen, die wir nie geplant hatten. Mein Buch soll helfen, Klarheit zu gewinnen: Was war? Was ist? Was soll werden? Und wie komme ich dahin?

Was sich analytisch anhört, ist in Wahrheit ein komplexer Prozess voller Schritte vorwärts – und vieler zurück. Zweifel, Erschöpfung, Mut. Menschen, die uns Halt geben, wenn wir über die neue Straße unseres Lebens stolpern.

Das Buch ist im Eigenverlag erschienen. Ohne klassischen Vertrieb, nur über Amazon und meine Website. Also habe ich selbst die Presse informiert, Fachmagazine angeschrieben und Verlage auf Messen angesprochen. Die Verkaufszahlen sind überschaubar, aber das Buch war trotzdem ein Erfolg: Es war der Abschluss meines eigenen Trauerprozesses. Ich habe jedes Kapitel nochmals durchlebt. Und als ich das gedruckte Exemplar in den Händen hielt, wusste ich: Es war richtig.

Gleichzeitig habe ich etwas Unerwartetes wiedergefunden – meine Liebe zur Druckvorstufe. Ein Teil meiner Identität, den ich verloren glaubte. Manchmal muss man Dinge verlieren, um sie neu wertschätzen zu können.

Das führte direkt zu meinem nächsten Projekt:

Meine Community – von WendePunkt Trauer zu WendePunkt Leben

Zahlenorientierte Menschen würden mein Community-Projekt als Misserfolg einstufen: sieben Mitglieder, kein Erlösmodell, viel Arbeit, wenig Output. Rein betriebswirtschaftlich gesehen stimmt das sogar.

Aber Trauer ist ein Teil von mir. Wenn ich nur einer Frau zum Leuchtturm werde, hat sich der Aufwand gelohnt. Für die Community habe ich Videos gedreht, Worksheets erstellt und mich sichtbar gemacht – trotz aller Widerstände in mir. Genau dadurch habe ich meine Angst vor Sichtbarkeit verloren.

Ich habe mich in anderen Communitys engagiert, neue Menschen und Biografien kennengelernt. Und gemerkt: Der Austausch relativiert das eigene Schicksal. Gemeinsam ein Problem zu tragen, macht weniger einsam.

Vielleicht braucht es nur Zeit, bis mehr Frauen den Mut finden, ihre Stolpersteine online anzuschauen. Der neue Name – WendePunkt Leben – fühlt sich jedenfalls richtiger an. Offener. Zukünftiger.

Der Umbau meiner Website im Dezember 2025

Ein Vorteil von 30 Jahren Selbstständigkeit: Ich kann meine Website selbst bauen und anpassen. Anfang 2025 war sie auf Trauerbegleitung ausgerichtet – 1:1-Begleitung, Onlinekurs, Trauercafé, Spaziergänge, Feng Shui, Community, Buchverkauf, Blog, Printdesign. Allein beim Aufschreiben wird klar, wie verzettelt das war.

Ich war ein Oktopus an 20 Hebeln – und keiner davon führte in die Richtung, in die ich wollte.

Im November habe ich deshalb radikal reduziert: zurück auf Null. Nur noch ein, maximal zwei Angebote. KI – also du, ChatGPT – war in diesem Prozess mein Sparringspartner. Wir haben die Struktur definiert, unnötiges gestrichen, SEO sortiert und das Design vereinfacht. Der größte Erfolg war nicht der Umbau, sondern das Weglassen. Über die Feiertage habe ich mich dann noch der Anpassung meines Logos gewidmet. Das symbolisierte YIN/YANG-Motiv passte gefühlt nicht mehr. und nun ist es ein dynamisches S geworden, das den alten Stil übernommen hat. Mein Farbprofil hat ebenfalls leichte Anpassungen bekommen, damit verändert sich auf den ersten Blick optisch nicht viel, aber für mich wird meine Weiterentwicklung auch grafisch sichtbar.

Heute habe ich zwei klare Angebote:

1. Workbookprofi – mein Expertenangebot für Coaches, die professionelle Schulungsunterlagen wollen. Hier entsteht aus Rohmaterial, Ideen oder bestehenden PDFs eine strukturierte, verständliche und hochwertige Unterlage. Der Fokus liegt auf Design, Aufbau und Lesbarkeit – damit das Material im Coaching wirklich funktioniert.

2. Mein Buch als Whitelabel-Ausgabe für Bestattungsunternehmen, die ihren Kundinnen ein persönliches Trauerprodukt an die Hand geben wollen – kein Massenprodukt, sondern Erfahrungswissen.

Zusätzliche Publishing-Dienstleistungen führe ich durch, bewerbe sie aber nicht aktiv. Die Seite ist dadurch übersichtlicher, fokussierter und leichter zu pflegen. 2026 wird zeigen, wie tragfähig diese Strategie ist.

Ein Blogbeitrag von Judith Peters, der Anfang Dezember über ihren Newsletter in meinem Posteingang landete, hat mich darin bestärkt: Ein eigenes Buch, eine Community, klare Blogbeiträge und eine klare Haltung können ein Gegengewicht zu standardisierten KI-Texten sein.

Fazit

2025 war kein Jahr der großen Zahlen, sondern der klaren Entscheidungen. Vertrauen ins Bauchgefühl, Mut zum Weglassen, Fokus auf das Wesentliche. Ich habe den Eindruck, dass sich die Regeln gerade neu sortieren – in der Sichtbarkeit, in der Auftragsvergabe, im Konsumverhalten. Alte Maßnahmen funktionieren nicht mehr, neue sind noch im Entstehen.

Vielleicht ist es deshalb manchmal der einfachste Weg, der richtige: Klarheit statt Komplexität. Weniger statt mehr. Haltung statt Taktik.

2026 wird zeigen, wohin das führt. Aber ich bin auf einem Weg, der sich nach mir anfühlt – und das reicht als Kompass.

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