Zwischen Abschied und Neuanfang

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Neuanfang? Irgendwie nie, oder? Irgendwas hält uns doch oft zurück und lässt uns am alten Zustand festhalten, obwohl wir wissen, dass uns das nicht guttut. Und mit diesen Entscheidungsprozessen stehe ich nicht alleine da. Der Unterschied ist: Ich spreche darüber, weil das nichts ist, wofür ich mich entschuldigen müsste.

Wer festhält, hat keine Hände frei

Kennst Du das Gefühl, Dich irgendwo selbst verloren zu haben in Deinem Paket an Aufgaben, Erwartungen und Enttäuschungen? Neuanfänge sind selten glatte Schnitte im Leben. Stattdessen sind sie geprägt von Phasen des Ausprobierens, der Angst, der großen und kleinen Rückschritte – das alles gepaart mit Euphorie oder Zweifeln.

In Übergangsphasen greifen wir nach vielem, von dem wir hoffen, dass es Klarheit bringt. Noch ein Coaching, noch eine Ausbildung, noch ein Workshop. Nicht alles davon hält, was es verspricht. Aber nichts davon ist umsonst, denn es erweitert Dein Spektrum an Erfahrungen.

Wenn ich es nicht probiere, weiß ich nicht, ob ich es mag

Die Gründung einer eigenen Community oder der Ausbau Deiner Sichtbarkeit auf Social Media zum Beispiel – solche Erfahrungen sind erst möglich, wenn Du Dich in die Arena begibst und bereit bist, all das anzunehmen, was an Ungewissem Dich zukommt. All das gehört zum Prozess des Neuanfangs dazu.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl, im Alten keinen Platz mehr zu haben und im Neuen noch keinen Halt zu finden. Viele glauben, sie müssten erst wissen, wohin sie wollen. Dabei reicht es oft, zu spüren, was nicht mehr stimmt.

Die täglich neuen Impulse – sei es von außen oder von innen – können einem manchmal das Gefühl geben, betrunken Auto zu fahren und plötzlich irgendwo zu stehen, wo man eigentlich gar nicht hinwollte.

Ich lass endlich los.

Manchmal glauben wir, etwas werden zu müssen, weil es logisch klingt oder gerade gefragt ist. Erst wenn wir es ausprobieren, merken wir, was wirklich zu uns passt – und was wir nur übernommen haben. Irgendwann merken wir, dass wir ja schon unterwegs sind auf unserer Reise, wie weit wir schon gekommen sind. Wir haben uns in dem Moment auf den Weg gemacht, als wir uns erlaubten, neu zu denken. Wir haben – ohne es bewusst wahrzunehmen, eine Kleinigkeit verändert. Etwas laut ausgesprochen, das wir so lange nicht aussprechen wollten. Und dann passiert es: Die Veränderung findet statt. Wir schauen zurück auf das, was uns so lange begleitet und belastet hat und spüren – Erleichterung.

Loslassen ist selten ein Moment.
Es passiert schrittweise.
Manchmal durch Streichen.
Manchmal durch Beenden.
Manchmal durch das Eingeständnis: Das passt nicht mehr.

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